Allâh erschuf die Schöpfung aus einem bestimmten Grund

  • Veröffentlicht:10.06.2018
  • Kategorie:Allâh
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Allâh ist es, Der euch erschaffen und wohlgeformt hat. Es passt nicht zu Seiner Weisheit, Seine Schöpfung zu vernachlässigen und ihr keine Gebote oder Verbote, keine Belehrung oder Führung zum Sinn ihrer Schöpfung zu gewähren. Dies ist indes die Meinung der Nicht-Muslime, wie Allâh der Erhabene sagt: „Und Wir haben den Himmel und die Erde und das, was dazwischen ist, nicht umsonst erschaffen. Das ist die Meinung derjenigen, die ungläubig sind. Doch wehe denjenigen, die ungläubig sind, vor dem Höllenfeuer!“ (Sûra 38:27). Das bedeutet, dass es nur die Meinung und die Überzeugung der Glaubensverweigerer ist, dass sie wie das Vieh erschaffen worden sind, nur damit sie essen, trinken, sich paaren und vermehren, und dass es niemanden gibt, der ihnen gebietet und verbietet: „Das ist die Meinung derjenigen, die ungläubig sind. Doch wehe denjenigen, die ungläubig sind, vor dem Höllenfeuer!“ 

 

Allâh der Erhabene sagt: „Und Wir haben die Himmel und die Erde und was dazwischen ist, nicht zum Spiel erschaffen. Wir haben sie nur in Wahrheit erschaffen...“ (Sûra 44:38-39). Er sagt ferner: „Und Wir haben den Himmel und die Erde und was dazwischen ist, nicht zum Spiel erschaffen. Wenn Wir Uns eine Zerstreuung hätten nehmen wollen, dann hätten Wir sie wahrlich von Uns aus genommen - wenn Wir das (überhaupt) hätten tun wollen. Aber nein! Wir schleudern die Wahrheit gegen das Falsche, und da zerschmettert sie ihm das Haupt, und sogleich geht es dahin. Und wehe euch wegen dessen, was ihr (da fälschlich) zuschreibt!“ (Sûra 21:16-18). 

 

Wer über sich selbst und über alles, was Allâh der Erhabene Ihm gibt, nachdenkt, wird feststellen, dass sein Herr, Der ihm alles gibt, was er begehrt, ihm alles Nützliche dienstbar macht, ihm die Mittel erleichtert und ihm aus allem gibt, worum er Ihn gebeten hat, ihm Pflichten auferlegt und ihn zu Seinem Recht verpflichtet. Er erschafft ihn, damit er Ihm anbetend dient und sich Ihm gegenüber gehorsam verhält. Denn nach reiflichem Nachdenken wird man zur festen Überzeugung und zum Eingeständnis gelangen, dass Allâh der Gepriesene nichts umsonst erschafft, dass Er Seine Schöpfung nicht sich selbst überlässt und dass Er den Menschen für eine großartige Weisheit erschafft und alles gibt, was dieser sich wünscht; diese Weisheit erwähnt Allâh der Erhabene in folgenden Worten: „Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur dazu erschaffen, damit sie Mir dienen. Ich will weder von ihnen irgendeine Versorgung, noch will Ich, dass sie Mir zu essen geben.“ (Sûra 51:56-57). Allâh der Gepriesene erschafft sie nicht, damit Er Sich mit ihrer Vielzahl rühmt oder Sich durch sie mächtig fühlt, denn Er ist der Reiche und die Armen sind sie, Er ist der Starke und die Schwachen sind sie. Er erschafft sie vielmehr dazu, damit sie Ihm anbetend dienen; zuerst erschafft Er sie und als Nächstes müssen sie Ihm allein anbetend dienen, nachdem sie Seine Gunstbezeigung anerkennen, denn Allâh der Gepriesene gönnt Seinen anbetend Dienenden alles, dessen sie bedürfen, gewährt ihnen Gaben und macht ihnen alles dienstbar.

 

Wenn wir überlegen und dann feststellen, dass Allâh uns alles dienstbar macht, werden wir in diesem Fall alles genießen, wie Er sagt: „Er ist es, Der für euch alles, was auf der Erde ist, erschuf ...“ (Sûra 2:29). Alles, was auf Erden ist, erschafft Er für dich, o du Mensch! Entweder ist es Nützliches für dich und du kannst es benutzen oder es ist dir geboten, es zu gebrauchen und das Nützliche daraus herauszufinden, oder du sollst die Lehren daraus ziehen und über die Wunder darin nachdenken. Es ist also alles für dich erschaffen, damit du isst und genießt oder damit du nachdenkst und Lehren ziehst.

 

Man könnte dann fragen: Warum erschafft Allâh dieses Ungeziefer, die wilden Tiere und die giftigen Insekten und ihresgleichen – trotz deren Nachteile? Denn die wilden Raubtiere greifen das Vieh und die Reittiere des Menschen an; auch die Schlangen und Skorpione und ihresgleichen schaden durch ihre Bisse und durch die Gifte, die sie beim Beißen verspritzen. Dasselbe gilt für das Ungeziefer, die Ameisen, die Käfer, die kleinen Insekten, die Mücken und die giftigen Echsen, die so genannten Krustenechsen und ähnliche Tiere; warum werden sie erschaffen?

 

Zweifellos musst du wissen, dass Allah sie erschafft, und auch wissen, dass Er sie nicht zwecklos erschafft. Sie sind gewiss für einen bestimmten Sinn erschaffen, sei es für dich selbst oder für die anderen Geschöpfe. Und das wissen diejenigen, die selbst Versuche unternommen haben. Die Geschichten darüber sind zu viel zu erzählen. Dazu gehört etwa, was einige Menschen erzählen, dass sie nämlich Bekämpfungsmittel gegen kleine Insekten wie Ameisen und Mücken sowie gegen kleine Vögel anwenden, die Früchte befallen und verderben. Wenn sie versuchen diese auszurotten, werden sie von größeren Vögeln wie Sperlingen und ähnlichen Vögeln heimgesucht. Wenn sie dann nach dem Grund fragen, wird ihnen gesagt, dass diese Insekten diesen Vögeln als Nahrung dienen, und wenn sie fehlen, greifen die Vögel euch, eure Trauben und eure Pflanzen an. Und so müssen sie die Insekten lassen, damit sie den Vögeln als Nahrung dienen.

 

Wir hörten auch eine Geschichte, dass ein Mensch einen Käfer sah und sagte: „Die Erschaffung von diesem Käfer ist eigentlich zwecklos, denn er schadet der Welt nur.“ Er wurde dann mit einem Geschwür in seinem Fuß heimgesucht und die Menschen konnten ihn nicht behandeln. Er tat sein Möglichstes und lange Zeit verging, ohne dass er gesund wurde. Eines Tages kam ein einfacher Mensch und rief auf der Straße: „Wir heilen von allen Krankheiten und Geschwüren und alles!“ Er ließ diesen zu sich bringen und er sagte zum Kranken: „Zur Heilung von diesem Geschwür sollst du einen Käfer verbrennen und seine Asche auf dein Geschwür streuen.“ Und er wurde dadurch gesund! Da wusste er, dass es eine Strafe dafür war, dass er sich über die Schöpfung Allâhs des Erhabenen lustig gemacht und dem Herrn vorgeworfen hatte, etwas zwecklos erschaffen zu haben!

 

Das sollen all diejenigen wissen, die sich über die Schöpfung Allâhs des Gepriesenen und Erhabenen lustig machen. Wir sagen zu ihnen: Es genügt an Vorteil, dass der Mensch über diese großartigen Geschöpfe nachdenkt und Lehren daraus zieht, denn sie enthalten Lehren und Weisheiten.

 

In einem direkt auf Allâh zurückführbaren überlieferten Hadîth heißt es: „Wer tut mehr Unrecht als diejenigen, die etwas wie Meine Schöpfung erschaffen wollen! So sollen sie eine Ameise oder ein Weizenkorn oder ein Gerstenkorn erschaffen!“ Er fordert sie heraus, um ihre Unfähigkeit zu zeigen, denn kein Geschöpf kann eine Ameise erschaffen, der sie neues Leben einhauchen, sodass sie sich von selbst bewegen kann, der sie Gelenke, Gliedmaßen, Füße, Gehör, Augenlicht, Magen und Nahrung verleihen; und wie wird sie sich vermehren wie die kleinen Ameisen, die wir sehen? „Sie sollen eine Ameise erschaffen!“ Das bedeutet, dass die Geschöpfe keine Ameise erschaffen können.

 

Dasselbe gilt auch für das Weizenkorn, sie können nichts Ähnliches erschaffen, das seinem Geschmack, seiner Spaltung oder seiner Gestalt ähnlich ist, so dass man es im Boden säen kann, wo dann das Wachsen geschieht und dann Zweige, Ähren oder Ähnliches erscheinen. Wenn sie nachahmen, indem sie Weizen mahlen und daraus etwas Ähnliches wie Weizen oder Reis machen und das künstlichen Weizen oder künstlichen Reis nennen, dann hat dies doch nicht den Geschmack und die Beschaffenheit des Natürlichen, das gesät werden und wachsen kann. Das können sie nicht erschaffen, weil dies die Schöpfung Allâhs ist.

 

Allâh der Erhabene ist der einzige Schöpfer, deswegen sagt Er, nachdem Er von den Göttern der Glaubensverweigerer spricht: „Ist denn Derjenige, Der erschafft, wie derjenige, der nicht erschafft? Bedenkt ihr denn nicht?“ (Sûra 16:17). Das bedeutet der Schöpfer, Der die Seelen erschafft, die Körper gestaltet, sie sich vermehren lässt und deren Zahl und Gewohnheiten bestimmt. Er lässt sie der Nahrung bedürfen und schafft für diese Nahrung bestimmte Wege; und den Abfall, der keinen Nutzen mehr hat, lässt Er von ihnen entfernen. Er bestimmt ferner ihre eheliche Verbindung und lässt sie sich kennen lernen, wie Allâh der Erhabene sagt: „… »Unser Herr ist derjenige, der allem seine Natur gegeben und (es) hierauf rechtgeleitet hat.«“ (Sûra 20:50). Allâh der Erhabene ist zweifellos der einzige Schöpfer von allem, und deswegen erwähnt Allâh der Erhabene einiges aus Seiner Schöpfung und sagt: „Er hat die Himmel ohne Stützen, die ihr sehen könnt, erschaffen und auf der Erde fest gegründete Berge gesetzt, dass sie nicht mit euch wanke, und auf ihr allerlei Tiere sich ausbreiten lassen...“ (Sûra 31:10). Er erinnert Seine anbetend Dienenden an diese Schöpfung, dann sagt Er: „… Und Wir lassen Wasser vom Himmel herabkommen und dann viele edle Arten auf ihr wachsen.“ (Sûra 31:10). Dann kommt die Aufforderung: „Das ist Allâhs Schöpfung. Zeigt mir nun, was diejenigen außer Ihm erschaffen haben...“ (Sûra 31:11). Die Antwort darauf lautet, dass sie nichts wie die Schöpfung Allâhs des Erhabenen erschaffen haben.

 

Allâh der Erhabene ermöglicht ihnen das Handwerk, wie Er es zum Beispiel dem Propheten Nûh ermöglichte jene große Arche zu bauen, die von allerlei Schöpfung ein Paar trug und lange Zeit auf dem Meer trieb. Er ermöglichte auch den Menschen nach ihm, vieles herzustellen, aber das sind alles leblose Dinge, die weder Geist noch bewusste Bewegungskraft noch Atem oder Nahrung aufzuweisen haben, sondern sie sind hergestellte und erfundene Sachen, die nicht bedeuten, dass die Macht des Menschen der des erhabenen Herrn ähnlich ist; die Macht des Menschen ist eingeschränkt.

 

Im Allgemeinen hält Allâh der Erhabene den Muslim dazu an, viel über diese Geschöpfe nachzudenken, damit dieser Lehren daraus ziehen kann. Ferner soll er über diese Geschöpfe nachdenken und nicht über das Wesen des hocherhabenen Schöpfers oder über die Beschaffenheit Seiner Eigenschaften, denn dies gehört zum Wissen über das Übersinnliche, das Allâh vor den Menschen geheim hält. Und wir haben den Hadîth zu erwähnen, in dem steht: „Denkt über die Schöpfung und nicht über den Schöpfer nach!“

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