Eigentlicher Sinn des anbetenden Dienens - Teil 1

  • Veröffentlicht:10.03.2011
  • Kategorie:Allh
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Die Wichtigkeit des anbetenden Dienens geht davon aus, dass eben dieses der Zweck ist, für den Allâh die Geschöpfe erschaffen hat. Allâh sagt:

 
„Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur erschaffen, damit sie Mir anbetend dienen.“ (Sûra 51:56)
 
Damit dieser Zweck im Leben der Menschen verwirklicht werde, schickte Allâh die Gesandten. Der Erhabene sagt:
 
„Wir haben wahrhaftig zu jedem Volk einen Gesandten geschickt, mit der Botschaft: „Dient Allâh anbetend und haltet euch von den Götzen fern!“...(Sûra 16:36)
 
 Er sagt ferner:
 
„Und Wir schickten keinen Gesandten vor dir, dem Wir nicht geoffenbart, dass es keine Gottheit gibt außer Mir; darum dient Mir anbetend!(Sûra 21:25)
 
Allâh zeichnete Seine Engel und Propheten mit dem anbetenden Dienen aus. Der Erhabene sagt:
 
„Ihm gehört, wer in den Himmeln und auf Erden ist. Und diejenigen, die bei Ihm sind, sind weder zu hochmütig, Ihm anbetend zu dienen, noch werden sie müde.“ (Sûra 21:19)
 
Er tadelt dahingegen diejenigen, die sich aus Hochmut weigern, Ihm anbetend zu dienen. Er sagt:
 
„Gewiss, diejenigen, die sich aus Hochmut weigern, Mir anbetend zu dienen, werden in die Hölle gedemütigt eingehen.“ (Sûra 40:60)
 
Er bezeichnet die Paradiesbewohner als anbetend Dienende. Der Hocherhabene sagt:
 
„Aus einer Quelle, aus der Allâhs anbetend Dienende trinken, die sie sprudelnd hervorströmen lassen.“ (Sûra 76:6)
 
Er bezeichnete auch Seinen Propheten Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken als anbetend Dienenden. Er sagt:
 
Der Lobpreis ob der Erhabenheit über jeden Mangel ist Dessen, Der reisen ließ Seinen anbetend Dienenden bei Nacht.“(Sûra 17:1)
 
Er sagt über die Offenbarung:
 
„Da offenbarte Er Seinem anbetend Dienenden, was Er offenbarte.“ (Sûra 53:10)
 
Er sagt über den einladenden Aufruf:
 
Und als Allâhs anbetend Dienender aufstand, um zu Ihm Bittgebete zu sprechen, hätten sie ihn beinahe erdrückt.“ (Sûra 72:19)
 
Und Er sagt über die Herausforderung:
 
„Und wenn ihr im Zweifel über das seid, was Wir Unserem anbetend Dienenden geoffenbart haben, dann bringt doch eine Sûra gleicher Art bei...“ (Sûra 2:23)
 
Das anbetende Dienen umfasst mithin die ganze Religion. Dies ist die erhabenste und höchste Stellung, durch die ein anbetend Dienender sowohl im Diesseits als auch im Jenseits gerettet und geehrt wird.
 
Definition der Ibâda
 
Die Gelehrten definieren Ibâda zusammengefasst wie folgt: Alles, was Allâh liebt und womit Er zufrieden ist, seien es offenkundige oder innere Taten und Worte.
 
Als Beispiel für die offenkundigen Taten gilt das rituelle Gebet; als Beispiel für die offenkundigen Worte dient das Lobpreisen Allâhs; als Beispiel für die inneren Worte und Taten gelten der Glaube an Allâh, demütige Ehrfurcht gegenüber Allâh, Verlassen auf Allâh und Liebe sowie Abscheu um Allâhs willen.
 
Die Grundbedeutung des Wortes Ibâda ist Ergebenheit. Jedoch beschränkt sich das Wort Ibâda von der Scharî‘a her nicht nur auf Ergebenheit, vielmehr umfasst es auch die Bedeutung von Liebe. Es beinhaltet also das höchste Maß sowohl der Ergebenheit gegenüber Allâh als auch der Liebe zu Ihm. So muss die Liebe zu Allâh seitens eines anbetend Dienenden stärker sein als dessen Liebe zu allem Anderen, und in einer Weise, dass Er am erhabensten ist.
 
Rechtsgültigkeitsbedingungen für Ibâda
 
Für die Gültigkeit der Ibâda gibt es zwei Bedingungen:
 
1. Man darf nur Allâh anbetend dienen. Das ist die sogenannte Aufrichtigkeit, zu der Allâh uns verpflichtet hat. Sie bedeutet, dass ein anbetend Dienender mit Ibâda nur das Wohlwollen Allâhs zum Ziel hat. Der Hocherhabene sagt:
 
„Und nichts anderes wurde ihnen angeordnet als nur Allâh zu dienen und Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion zu sein, als Anhänger des rechten Glaubens, und das rituelle Gebet zu verrichten und die Zakat zu entrichten; das ist die Religion des rechten Verhaltens.“ (Sûra 98:5)
 
Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte in einem von Muslim überlieferten Hadîth: „Allâh der Erhabene sagt: „Ich bin erhaben darüber, einen Teilhaber zu haben. Wer also ein Werk durchführt, mit dem er Mir einen Anderen beigesellt, auf den und dessen Teilhaber verzichte Ich.““
 
Umar ibn Al-Chattâb  möge Allah mit ihm zufrieden sein pflegte Folgendes zu sagen: „O Allâh, lass meine Werke insgesamt rechtschaffen, rein für Dich allein sein, und lass ich damit nur Dein Wohlwollen beabsichtigen!“
 
2. Man darf Allâh nur so anbetend dienen, wie Er dies vorschreibt und vorsieht, und nicht indem man seinen Emotionen folgt oder in einer Weise die die Religion abändert. Der Erhabene sagt:
 
„Oder haben sie Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt haben, was Allâh nicht erlaubt hat?“ (Sûra 42:21)
 
Er sagt ferner:
 
„... Wer nun stets die Begegnung mit seinem Herrn erhofft, der wirke ein rechtschaffenes Werk und geselle beim anbetenden Dienen gegenüber seinem Herrn niemanden bei!“(Sûra 18:110)
 
Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Wer in unserer Angelegenheit etwas Neues einführt, dessen Neuerung ist zurückzuweisen.“ (überliefert von Al-Buchârî und Muslim).
 
Al-Fudail Ibn ´Iyâd sagte hinsichtlich der Worte des Erhabenen: „...damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten verrichtet.“         (Sûra 11:7): „Damit ist die aufrichtigste und rechtsgültigste Tat gemeint.“ Da fragte man ihn: „O Abû ´Alî! Was meinst du mit der aufrichtigsten und der rechtsgültigsten Tat?“ Er erwiderte: „Wenn die Tat aufrichtig, aber nicht rechtsgültig ist, wird sie von Allâh nicht angenommen. Ist sie rechtsgültig und nicht aufrichtig, wird sie auch nicht angenommen, bis sie aufrichtig und rechtsgültig ist.“ Das heißt, man muss dabei aufrichtig gegenüber Allâh sein und der Sunna folgen.
 
Unterschiede der Menschen hinsichtlich der Art, wie sie die Ibâda gegenüber ihrem Herrn umsetzen
 
Die Menschen lassen sich hinsichtlich deren Ergebenheit gegenüber ihrem Herrn in zwei Gruppen einteilen:
 
Die erste ist die unfreiwillige Ergebenheit. Alle, seien sie Gläubige, Nicht-Muslime, Rechtschaffene oder Frevler, sind dieser Art unterworfen, alle sind von Allâh beherrscht und stehen unter Seiner Herrschaft. Was Allâh will, wird geschehen, auch wenn sie das nicht wollen. Was sie aber wollen, wird nicht geschehen, wenn Er das nicht will. Der Erhabene sagt:
 
„Begehren sie denn eine andere als Allâhs Religion? Und Ihm gibt sich hin, wer in den Himmeln und auf Erden, gehorchend und widerstrebend. Und zu Ihm werden sie zurückgebracht.“ (Sûra 3:83)
 
Die zweite Art ist dieErgebenheit in dem von Allâh Auferlegten:
 

Diese ist eine religiöse Ergebenheit, sie besteht im Gehorsam gegenüber Allâh und Seinem Gesandten, und sie ist es, die Allâh liebt und mit ihr ist Er zufrieden. Mit dieser Eigenschaft beschreibt Er Seine auserwählten anbetend Dienenden. Diese Art der Ergebenheit ist hinsichtlich der Vorherbestimmung freiwilliger Natur. Wer also will, kann glauben, und wer nicht will, kann sich vom Glauben abwenden. Doch werden alle letzten Endes zu Allâh dem Erhabenen zurückkehren, damit Er sie für ihre Taten zur Rechenschaft zieht.

 

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